St. Katharinen Gemeinde

Predigt über das Lied „Lobe den Heren, den mächtigen König…“ Erntedankfest Weenzen 14.10.2018

Liebe Gemeinde,

Was muss geschehen, um Gott zu loben?

Wie gut muss es uns gehen, bis wir Gott loben?

Wie alt müssen wir werden, bis wir Gott loben?

Wie gesund müssen wir sein, bis wir Gott loben?

Unser Lied, das zu bekanntesten Liedern in unserm Gesangbuch gehört, versucht darauf eine Antwort zu geben.

Kein deutsches Kirchenlied ist in so viele Sprachen übersetzt worden.

Lobe den Herren, das geht immer, bei Trauungen und Taufen, selbst bei Beerdigungen.


In über 30 Sprachen wurde es übersetzt und stammt von Joachim Neander.

Er war evangelischer Theologe und Prediger.

In seiner Freizeit zog er sich oft in ein Tal zurück –

das 200 Jahre später nach ihm benannte weltberühmte Neandertal.

 

In diesem Tal hing er seinen Gedanken nach oder traf sich dort mit Gleichgesinnten, um Gott zu loben und in der Bibel zu lesen.

Viel ist über sein Leben nicht bekannt. Irgendwann um 1650 herum wurde er in Bremen geboren.

Dort studierte er Theologie und verdiente anschließend eher schlecht als recht seinen Lebensunterhalt an verschiedenen Orten in Deutschland.

Er war nie verheiratet und starb bereits mit 30 Jahren - vermutlich an der Pest.

Er hinterließ keine Nachkommen, dafür aber ein in aller Welt bekanntes Lied.

Allein dieser kurze Blick auf dieses viel zu kurze Menschenleben wirft Fragen auf.

Ist das Lob Gottes nur etwas für diejenigen, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen?

Hat dieses Lied seinen Sitz im Leben nur in den glücklichen Stunden?

Oder darf man es auch bei Anlässen singen, wenn unser Herz schwer ist und uns eigentlich gar nicht zum Loben zumute ist?

Muss es heiterer Sommer sein, damit wir in dieses Lob einstimmen können?

Oder finden unsere Erfahrungen auch dann Widerhall darin, wenn es uns herbstlich zumute ist, wenn ein Nebeldeckel über unserem Leben liegt?

Trägt es uns auch, wo uns Schweres zugemutet wird, wo wir mit dem eigenen Tod oder dem Tod von uns nahestehenden Menschen konfrontiert sind?

Lässt sich da „Lobe den Herren“ singen?

Wie kann dieses Lied auch in uns dem befreienden Lob Gottes so Raum schaffen, dass wir schwierige Erfahrungen nicht ausblenden, sondern dazu stehen?

In der ganzen Unruhe seiner Zeit und seines eigenen Lebens hat sich Neander bewusst auf Gott hin ausgerichtet.

Er hat seine Seele Gott und seinen Wohltaten geöffnet. Und er hat die Seele in einer Art Selbstgespräch zum Lob Gottes ermuntert.

Was ist das eigentlich, unsere Seele?

Die Seele, das bin ich selbst.

Aber nicht, wenn ich stark bin.

Die Seele, das bin ich in meiner Bedürftigkeit.

In meinem Hunger nach Anerkennung und Liebe.

Meine Seele, das bin ich selbst in meiner Verletzlichkeit.

Wenn ich mich einem anderen zeige, so, wie ich bin.

Meine Masken fallen lasse.

Mich verwundbar mache.

In den Psalmen ist oft von der Seele die Rede.

Da heißt es immer wieder: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?"  

 

Von der «unruhigen Seele» wissen auch wir ein Lied zu singen.

Wie oft stürmen von allen Seiten Stimmen auf uns ein, die etwas von uns wollen, die uns fordern und uns dabei immer wieder überfordern.

Und wie oft sind es die Stimmen in unserem eigenen Herzen, die uns in die Pflicht nehmen und ermahnen, und fast noch strenger auf uns einreden als das, was ohnehin schon auf uns eindringt.

Bekannt ist der Ausspruch des Kirchenvaters Augustinus:

«Du Gott hast uns geschaffen hin auf dich, und unsere Seele ist unruhig, bis sie Ruhe findet in dir.»

Eigentlich ist es kein großes Geheimnis, sondern leicht nachzuvollziehen und zu verstehen:

Das, wofür wir unsere Seele öffnen, erfüllt uns auch.

Damit ist keineswegs gesagt, dass wir all das Schwere und Leidvolle in dieser Welt und in unserem Leben ausblenden sollen.

Aber inmitten all der Erfahrungen, die unsere Seele immer wieder runterziehen, dürfen wir unsere Seele öffnen hin zu dem, der auch gegen den Augenschein diese Welt in seinen Händen hält und der regiert.

Mir gefällt das «innere Zwiegespräch», sowohl in dem dem 103. Psalm als auch in unserm Lied.

Das «innere Zwiegespräch» mit unserer Seele, zu dem wir nicht aufgefordert, wohl aber ermutigt werden.

 

Andere Menschen, die gerade etwas Schweres erlebt haben, zum Lob Gottes aufzufordern, wäre geradezu erbarmungslos.

Denn es gibt Zeiten, da ist Klagen und Hadern, auch das Klagen und Hadern mit Gott, angesagt und berechtigt.

Und doch dürfen wir uns einladen und ermutigen lassen, den Blickwechsel zu vollziehen, weg vom Klagen hin zum Loben.

Martin Luther hat einmal gesagt: «Wir sollen Menschen sein und nicht Gott.»

Loben heißt somit immer auch: ich unterscheide zwischen mir und Gott.

Ich halte inne und mir wird bewusst: mein Leben liegt in Gottes Hand.

Ich halte inne und mache mir bewusst:

er führt und erhält mein Leben, wie er «alles so herrlich regieret.»

Darin steckt eine Entlastung.

Mein Leben liegt nicht in meiner Hand, sondern in Gottes Hand, der es gut mit mir meint.

Ich brauche nicht für mich selbst zu sorgen.

Meine Seele vergisst das ab und an...

Indem sie lobt, erkennt sie wieder neu, wo oben und unten ist.

 

Und noch etwas scheint unsere Seele immer wieder zu vergessen: «… was er dir Gutes getan hat…»

Was Gott uns Gutes getan hat...

«In wieviel Not, hat nicht der gnädige Gott, über dir Flügel gebreitet.»

Eines der schönsten Bilder in unserem Lied ist das Bild des Adlers, der weithin seine Kreise zieht.

Folgen wir ihm, dann kann uns das aus der Enge unseres Kreisens um die Sorgen, die uns gefangen halten, befreien.

Mit dem weiten Blick des Königs der Lüfte öffnet sich die Perspektive darauf, dass das Leben weiter geht, als wir es in schwierigen Phasen gewahr werden.

Vielleicht gewinnen wir, wenn wir uns von der Bewegung des Adlers mitnehmen lassen, wieder eine Ahnung von der Schönheit des Lebens, trotz allem.

Bei den Adlern gibt es übrigens einen besonderen Brauch.

Die Eltern schubsen die Jungen, wenn sie gross genug sind, aus dem Horst, damit sie selbst fliegen lernen.

Sie überlassen sie dabei aber nicht sich selbst. Wenn es nötig ist, fliegen sie in raschem Flug unter ihr Junges und fangen es mit den breiten Flügeln sanft auf.

So stelle ich mir vor, dass auch Gott mit uns umgeht.

Er mutet uns zu, dass wir selbst fliegen.

Er trägt uns nicht wie auf einer Sänfte durchs Leben.

Er erspart uns nicht, dass wir Wind und Wetter ausgesetzt sind.

 

Er lässt es zu, dass wir Turbulenzen und Gegenwind bewältigen müssen und uns bisweilen fühlen wie im freien Fall.

Aber Gott lässt uns nicht fallen.

Mag sein, dass auch wir uns ängstigen wie die jungen Adler über dem Abgrund.

Mag sein, dass uns zumute ist, als ob Gott in weiter Ferne ist.

Doch wie die jungen Adler dürfen wir die Erfahrung machen:

«Du kannst nicht tiefer fallen als bis in Gottes Hand.»

Gott er lässt uns und die Welt nicht ins Bodenlose fallen. Denn auch in der tiefsten Tiefe ist er schon da.

In Christus hat sich der allmächtige Gott selbst tiefster Ohnmacht ausgesetzt.

Das ist seine Art und Weise, wie er alles «so herrlich regieret».

 

Doch oft erkennen wir das nur im Rückblick auf unser Leben.

Sören Kierkegaard hat unser Leben mit einem Ruderboot verglichen.

Wir leben vorwärts, aber wir verstehen rückwärts.

So wie der Ruderer das, worauf er zu rudert, im Rücken hat.

Er kann es nicht sehen, aber im Rückblick ergibt sich vor seinen Augen ein Bild.

Manchmal erlebe ich Dinge, die ich nicht verstehe.

Manchmal gehe ich durch tiefe Täler.

Doch im Nachhinein können solche Zeiten einen Sinn ergeben, weil sie mich besonders haben reifen lassen.

Oder ich begreife diese Zeiten als Phasen in meinem Leben, in denen Gott mir besonders nahe war.

Oder ich schätze sie im Nachhinein besonders wichtig, weil ich mich auf eine ganz neue Weise kennen gelernt habe.

Es hat weh getan, und ich hätte es mir nicht freiwillig ausgesucht, aber im Rückblick war es wichtig.

«In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet!»

Wir leben vorwärts, aber, wenn wir Gott loben, verstehen wir rückwärts.

Und beginnen den zu begreifen, «der sichtbar dein Leben gesegnet.»

 

Wenn ich mir noch einmal das viel zu kurze und zugleich entbehrungsreiche Leben von Joachim Neander vor Augen führe, dann finde ich das stark und bemerkenswert.

Er blieb ehelos und kinderlos und er starb schon im Alter von 30 Jahren.

Und doch bekennt er sich zu dem Gott, der auch sein Leben «sichtbar gesegnet» hat.

Gotteslob vergleicht sich nicht mit anderen.

Ich bin nicht glücklich, weil es mir besser geht als anderen.

Ich schiele nicht auf die, die bevorzugt scheinen.

Gotteslob lässt die Seele aufatmen und aufschauen.

Aufschauen zu dem, von dem uns Hilfe kommt.

Auch meine Seele muss immer wieder daran erinnert werden:

 

«Im Loben, liebe Seele, kommst du zu Atem und schöpfst neue Kraft. Vergiss es nicht!»

Die letzte Strophe unseres Liedes schliesslich führt die Seele in allen Dimensionen der Zeit zum Lob Gottes:

Der Blick in die Vergangenheit lässt uns erkennen, dass wir mit den Generationen von Glaubenszeugen vor uns in einer langen Kette von Verheissungen stehen.

Im Blick auf die Gegenwart tritt uns, klar und knapp formuliert, vor Augen:

Er ist dein Licht! Christus ist dein Licht!

In ihm sehen wir die Augen unserer Nächsten.

Wir erkennen die Aufgaben, die uns Gott zumutet und zutraut.

Wir sehen Schönheiten, über die wir uns freuen können, und die Not, die uns herausfordert.

Und mit dem Blick auf die Zukunft gilt, dass Gottes Licht bleibt, auch am Ende und in Ewigkeit.

Amen.

 


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Predigt von Pastor Lothar Podszus über Apg. 12,1-11, 16.S.n.Trin., 16.9.2018 - Visitationsgottesdienst in Duingen

 

1 Um diese Zeit legte der König Herodes Hand an einige von der Gemeinde, sie zu misshandeln.

2 Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert.

3 Und als er sah, dass es den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber eben die Tage der Ungesäuerten Brote.

4 Als er ihn nun ergriffen hatte, warf er ihn ins Gefängnis und überantwortete ihn vier Abteilungen von je vier Soldaten, ihn zu bewachen. Denn er gedachte, ihn nach dem Passafest vor das Volk zu stellen.

5 So wurde nun Petrus im Gefängnis festgehalten; aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott.

6 Und in jener Nacht, als ihn Herodes vorführen lassen wollte, schlief Petrus zwischen zwei Soldaten, mit zwei Ketten gefesselt, und die Wachen vor der Tür bewachten das Gefängnis.

7 Und siehe, der Engel des Herrn kam herein und Licht leuchtete auf in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen.

8 Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und zieh deine Schuhe an! Und er tat es. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um und folge mir!

9 Und er ging hinaus und folgte ihm und wusste nicht, dass das wahrhaftig geschehe durch den Engel, sondern meinte, eine Erscheinung zu sehen.

10 Sie gingen aber durch die erste und zweite Wache und kamen zu dem eisernen Tor, das zur Stadt führt; das tat sich ihnen von selber auf. Und sie traten hinaus und gingen eine Gasse weiter, und alsbald verließ ihn der Engel.

11 Und als Petrus zu sich gekommen war, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich aus der Hand des Herodes errettet hat und von allem, was das jüdische Volk erwartete.

 

Liebe Gemeinde,

was für eine großartige Geschichte, die uns da berichtet wird.

Und manch einer mag im Stillen auch denken:

Was für eine großartige Geschichte, die uns da zugemutet wird.

Ist sie nicht fast zu wunderbar, um wahr zu sein?

 

Petrus hat selbst lange nicht begriffen, was wirklich geschehen ist.

Alles nur ein Traum? Nur eine Erscheinung? Eine Vision?

Ja, es gibt wirklich Träume, die sind zu schön, um wahr zu sein.

Es gibt Träume, an deren Ende steht ein böses Erwachen.

Wie oft holt uns die nüchterne Realität schneller wieder ein, als es uns lieb ist.

 

Auch Petrus musste sich mehrmals kneifen, weil er einfach nicht glauben konnte, was da geschah.

Doch am Ende blieb ihm nichts anderes übrig, als stammelnd zu bekennen:

„Es ist tatsächlich wahr –

der Herr hat seinen Engel gesandt und mich befreit!“

 

Diese wunderbare Geschichte von der Befreiung des Petrus versetzt uns in eine Zeit, als es mit der Kirche gerade erst begonnen hat.

 

Und da unsere Gemeinden in diesen Tagen visitiert wurden, kann ein Blick zurück zu den Anfängen der Kirchengeschichte sehr spannend sein.

 

Was nehmen wir wahr, wenn wir diese fast unglaubliche Geschichte aus den Anfängen der Christenheit hören?

 

Was gibt uns Anlass zum Nachdenken, auch zum selbstkritischen Nachdenken?

Was spricht uns an? Was ermutigt uns, was stärkt uns, was berührt unser Herz?

Es ist ja immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich die Menschen ein und dasselbe Ereignis erleben und wie unterschiedlich sie auch davon berichten.

 

Da gibt es zunächst die vordergründige, die offensichtliche Seite dieser Geschichte.

 

Da liegt einer, der es ernst gemeint hat mit der Nachfolge Jesu…

… in Ketten gebunden, hilflos und wehrlos denen ausgeliefert, die Macht über ihn haben.

Das Ganze sieht nicht wirklich gut aus und ist für den unvoreingenommenen Betrachter keineswegs ermutigend.

 

Doch es gibt noch eine andere, zweite, eine hintergründige Seite dieser Geschichte.

Es ist fast so wie ein Blick hinter die Kulissen, wenn wir erfahren:

„Die Gemeinde betete Tag und Nacht für ihn zu Gott!“

 

Stellen wir uns einmal vor, auch die Jerusalemer Gemeinde wäre visitiert worden.

Stellen wir uns einmal vor, auch damals hätte es so etwas wie einen Visitationsbericht gegeben.

 

Ich bin sicher, in diesem Bericht hätte sehr viel Positives und Ermutigendes gestanden.

Denn immer und immer wieder hat Gott durch seinen Geist auch in dieser Gemeinde spürbar und erfahrbar gewirkt.

 

Aber es wäre in diesem Bericht auch sehr nüchtern geschildert worden, wie beschwerlich und wie hart und wie mühsam die Anfänge der Kirche gewesen sind.

Und wie sie von Anfang an auch geprägt gewesen ist von Leid und Verfolgung.

 

Doch dann stünde da in diesem Visitationsbericht dieser eine großartige Satz, den ich mir sofort mit einem Textmarker angestrichen hätte.

Dieser eine Satz, der tiefer blicken lässt als die Wahrnehmung von Freud und Leid.

 

Und das ist der Satz:

„Die Gemeinde betete zu Gott Tag und Nacht!“

 

Was für ein Blick hinter die Kulissen!

 

Man kann der Kirche ja vieles nachsagen, Gutes und weniger Gutes.

Jeder hat da seine eigene Sichtweise und seine eigenen immer wieder auch leidvollen Erfahrungen.

 

Die einen blicken auf die Kirche eher von außen, die anderen eher von innen.

Die einen leiden eher an der Kirche, die andern leiden eher mit der Kirche.

 

Doch lassen wir uns eines gesagt sein:

Solange es in dieser Kirche Menschen gibt, die ihre Kirche lieben, und Menschen, die von Herzen für ihre Kirche beten, so lange ist Hoffnung da.

 

Solange es Menschen gibt, die auch für diejenigen beten, die in dieser Kirche Verantwortung tragen, so lange gibt es keinen Grund die Kirche aufzugeben.

 

„Das Gebet ersetzt keine Tat, aber das Gebet ist eine Tat, die durch nichts anderes zu ersetzen ist.“

 

Beharrliches Beten vermag Türen zu öffnen, die nicht nur verschlossen sind, sondern manchmal sogar verriegelt und verrammelt und dazu noch verrostet.

Und damit meine ich nicht nur im äußerlichen Sinn die Türen unserer Häuser und die Türen unserer Kirchen, die sicher auch.

Denn natürlich sind geöffnete Türen auch ein schönes Sinnbild für eine einladende und offene Gemeinde.

 

Doch vor allem meine ich die Türen in den Herzen der Menschen.

Und ich meine auch die Türen in der Gemeindearbeit, die sich manchmal auf erstaunliche Weise, ganz unvermittelt und unerwartet und auch unverhofft auftun.

 

Offene Türen kann man nicht einfordern, schon gar nicht erzwingen, aber man kann sie von Gott erbitten.

 

Ich habe mir als Pastor abgewöhnt, mit beiden Fäusten an verschlossene Türen zu trommeln.

 

Doch ich staune immer wieder, dass Gott manchmal Türen gerade da aufschließt, wo ich es nicht erwartet hätte.

 

Als wir am vergangenen Montag auf einem kleinen Treckeranhänger rund um Coppengrave unterwegs waren und immer wieder auch an der Kirche vorbeifuhren, da zeigte mir jemand ziemlich liebevoll einen wunderschönen alten Schlüssel.

 

Es war der Schlüssel für die Eingangstür der Kirche in Coppengrave.

Was für ein schönes Sinnbild auch für das, was uns in diesen Tagen der Visitation miteinander verbindet.

 

Haben wir uns nicht alle miteinander auf die Suche gemacht nach dem Schlüssel, der uns einen neuen Zugang eröffnet?

 

Einen neuen Zugang zu den Herzen der Menschen?

 

Einen neuen Zugang zum Miteinander unserer Gemeinden?

 

Einen neuen Zugang zu dem Geheimnis des Glaubens, das sich auch hier bei uns immer mehr Menschen verschließt?

 

Schauen wir noch einmal hinein in diese wunderbare alte Geschichte aus der Anfangszeit der Kirche.

 

Wie geschah es, dass sich die Türen des Gefängnisses geöffnet haben?

 

Die Antwort ist offensichtlich:

 

Die Türen öffneten sich in Folge einer Visitation, in diesem Falle einer geradezu himmlischen Visitation:

Gott der Herr sandte einen Engel!

 

Und die Ketten lösen sich, die Türen öffnen sich, ein Mensch richtet sich wieder auf und macht sich neu auf den Weg.

Eine Zeit lang wird er noch fürsorglich von dem Engel begleitet, dann aber ist er wieder auf eigene Füße gestellt.

 

Auch im Leben einer Gemeinde begegnen uns immer wieder Engel, meistens in Gestalt eines Menschen.

 

Und vielleicht sagt so ein Mensch uns zunächst genau dasselbe, was der Engel damals dem Petrus gesagt hat:

 

„Binde dir den Gürtel um und zieh deine Schuhe an und wirf dir deinen Mantel um… Mach dich einfach auf den Weg… Gott wird dir schon die nächsten Schritte zeigen, die du gehen sollst.“

 

Und wie gesagt, es mag sein, dass es zunächst nur die Stimme eines Menschen ist.

Doch auf einmal spüren wir, dass Gott selber durch diesen Menschen zu uns spricht:

 

„Ja, so ist es. Mach dich auf den Weg!

Sei getrost und voller Zuversicht!

Ich werde die verschlossenen Türen für dich auftun, du wirst es erleben“.

 

So… oder so ähnlich… stelle ich mir das vor mit den Engeln Gottes, auch in meinem Leben.

 

Engel sind vor allem dazu da, uns auf unserm Weg zu begleiten und zu geleiten.

 

Und eine der schönsten und wichtigsten Aufgaben der Engel ist es, uns auf unserem Weg zu ermutigen.

 

Und dabei sind Engel immer wieder erstaunlich vielseitig, ziemlich kreativ und außerordentlich einfühlsam.

 

Ich möchte stellvertretend für all die vielen Engel drei Engel zu Wort kommen lassen, die mir persönlich sehr viel bedeuten.

 

Der erste Engel ist der Engel der Geborgenheit.

 

Der Engel der Geborgenheit begleite dich.

Wenn dich die Kapriolen des Lebens

durchgeschüttelt haben,

lasse er dich zur Ruhe kommen.

Wenn du nicht weißt, wo dir der Kopf steht,

weil du nicht fassen kannst, was dir geschieht,

dann mache er dich gewiss,

dass Gott dich nicht aus den Augen verloren hat.

Wenn du den festen Boden

unter deinen Füßen zu verlieren drohst,

stärke er die Gewissheit in dir,

dass dein Leben sich zu leben lohnt.

jeden Tag, jede Minute.

Wenn du glaubst, du stehst in allem völlig allein,

öffne er dir die Augen für die Menschen,

bei denen du dich zu Hause fühlen kannst.

 

Der zweite Engel ist der Engel des Trostes.

 

Der Engel des Trostes sei in deiner Nähe,

wenn dich ein Schicksalsschlag getroffen hat!

Wenn du in deinem Schmerz wie gelähmt bist,

nehme er dich an die Hand und führe dich

nach draußen unter Gottes freien Himmel.

Er lenke deinen Blick auf den Wechsel der Zeiten,

auf die Knospen der Bäume,

die schon im Winter auf den Frühling deuten,

auf die Sonne, die am Morgen auch

die dunkelste Nacht beenden wird.

Er sende Menschen zu dir,

die dir mit Geduld begegnen,

die dir zeigen, du wirst gebraucht.

Er gebe denen, die dich trösten wollen,

die nötige Vorsicht, ihre Worte zu wählen,

ein gutes Gespür für das Reden und das Schweigen.

 

 

Der dritte Engel ist der Engel der Hoffnung.

 

Wenn du nicht weißt, wie es weitergehen soll,

mache er dein Herz stark

und deine Träume lebendig.

Er lenke deinen Blick

weg von dem steinigen Weg

hinaus in die Wolken

Und weiter zum Horizont.

Er lasse deine Klagen verstummen,

deine Ängste schwinden

und deine Zweifel verfliegen.

Er lasse dich das Vertrauen zu den Menschen festhalten.

Er schenke dir den festen Glauben,

dass du dich Gott überlassen kannst

bei allem, was dir geschieht.

 

 

Gott schenke uns allen die innere und auch die äußere Erfahrung des Glaubens, die einmündet in das staunende Bekenntnis:

 

„Nun weiß auch ich, wahrhaftig, dass der Herr seinen Engel zu mir gesandt hat!“

 

Er hast mich getröstet, er hat mir neue Zuversicht gegeben, in der Mühsal meines Lebens, in den Beschwernissen meines Alltags, in der festgefahrenen Situation, in der ich mich befinde.

 

Er hat mich befreit aus dem Gefängnis meiner Angst, die immer wieder so viel Macht über mich gewinnt und mir den Atem zum Leben nimmt.

Nun darf ich zaghaft, und doch mutig neue Schritte gehen.

 

Er hat mich befreit aus dem Gefängnis meiner Einsamkeit, und hat mir die Augen geöffnet für die Gemeinschaft deren, die mit Jesus Christus durchs Leben gehen, in unserer Gemeinde und in unserer Kirche.

 

Er hat mich befreit aus dem Gefängnis meiner selbst, hat den engen Horizont meiner Lebensmöglichkeiten gesprengt und meinen Blick geöffnet für Gottes neue Welt.

 

Denn „Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.“

 

AMEN 

 


 

Ablauf des Gottesdienstes

 

Orgelvorspiel

Kirchenchor: Preiset froh den König…

Lied: 445,1-2. 4-5 Gott des Himmels und der Erden…

718 /Psalm 34

Gebet

Kirchenchor: My Lord, what a morning…

Lesung: 2. Tim 1,7-10

Gitarrenlied/Klavier: Ich glaube an Gott, den Herrn der Welt…

Lesung: Apg 12,1-11

Lied: 254,1-3 Preis, Lob und Dank sei Gott…

 

Predigt: Apg 12,1-11

MP3  Denn er hat seinen Engeln … (Hella Heizmann)

 

Visitationsansprache (Superintendentin K. Henking)

Grußwort des Kirchenkreises (D. Heil)

Mitteilungen

Lied der Konfirmanden: Jesus in my house… (Gitarre/Klavier)

Fürbitten und Vaterunser

Kirchenchor: Amen…

Segen

Orgelnachspiel





Konfirmationspredigt in Duingen am 30.4.2017

Jesus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.  Joh 14,6

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Konfirmandeneltern, liebe Gemeinde,

nun ist es endlich so weit, der große Tag eurer Konfirmation ist gekommen.
„Freut ihr euch auch schon?"
So konnte man kürzlich in unserer WhatsApp-Gruppe lesen.
Und die entsprechenden Antworten lauteten:
„JO“, „joa“ und... „geht voll"
Dann die Frage: „Zieht ihr alle Anzugschuhe an, also ich meine, die Jungs?"
Daraufhin ergab sich folgender Gedankenaustausch:
„Ne, ne Jogginghose, weißte...“
„Ich red von Schuhen... „ 
Daraufhin: „Ja, Bugatti“
„Ich auch“...
In der andern WhatsAppGruppe konnte man vor einigen Tagen lesen:
„Morgen ist das letzte Mal Konfaaaa“ , wohl bemerkt: mit vier „a" und traurigem Smiley...
Die Antwort einer anderen Userin darauf: „Ja, voll tschade“, wohlbemerkt schade mit t-Vorschlag.
Und wenn ich ehrlich bin, finde ich es auch „voll tschade“, dass unsere schöne gemeinsame Zeit nun zu Ende geht.
Ich möchte euch darum heute nun noch ein paar Gedanken mitgeben, von denen ich hoffe, dass Sie euch in guter Erinnerung bleiben.
Wie ihr alle wisst, bin ich vor drei Wochen den ersten Halbmarathon meines Lebens gelaufen. 
Da könnt ihr euch vorstellen, dass ich mir schon lange vorher den genauen Streckenverlauf im Internet angesehene habe.
Vorbei an meiner alten Schule direkte am Maschsee... dann vorbei an der Gildebrauerei, wo ich jeden Morgen als Schüler aus der Straßenbahn ausgestiegen bin. . . Dann die Abbiegung am Kröpke, mitten im Herzen von Hannover, wo ich plötzlich über den Lausprecher hörte:
„Hey Lothar, das schaffst du... mach weiter so...“
Überall wurde ich von wild fremden Zuschauern mit Vornamen angefeuert, weil ja mein Name auf der Startnummer zu lesen war...
Die Kinder streckten die Hände raus, um abgeklatscht zu werden.
Auf meinem T-Shirt stand: „Kirche laufend dabei“, was einen verdutzen aber doch schlagfertig Zuschauer dazu veranlasste zu rufen:
„Weiter so, Jesus läuft mit dir“.
„Recht hat er“, musste ich denken...
Doch die letzten fünf Kilometer war ich froh, dass dann doch ein leibhaftiger Engel neben mir lief, nämlich meine zweitjüngste Tochter, die mich mit Wasser versorgte und immer wieder sagte: „Komm Papa, bald bist du am Ziel!
Schau mal, da vorne siehst du schon die Kuppel des Ratshauses... Es ist nicht mehr weit. Noch einen Kilometer...“ Ich lächelte, denn ich wusste, es sind mindestens noch zwei...
Nun ja, wir alle wissen, wie das Ganze ausging: Ich habe es tatsächlich geschafft - Platz 7397!
Bei WhatsApp in unserer Konfagruppe konnte man hierzu neben vielen Smilies lesen: „gut"…sehr gut"…„super"…„gute Leistung“ . „wow" und dann der Kommentar: „fast erster..."?! Nun ja... Platz 7397...
Aber wie auch immer: Ist so ein Lauf nicht ein schönes Bild auch für unser Leben, auch für das Leben als Christ in dieser Welt?
Für manch einen von euch war vielleicht schon die Konfirmandenzeit so ein kleiner Halbmarathon.  Doch im Nachhinein müsst ihr feststellen, dass die Zeit vergangen ist wie im Fluge, und dass es vielleicht sogar eher schön war als mühsam und schwer.
Und so hoffe ich für euch, dass auch euer ganzer Lebenslauf eher schön ist als mühsam...
Dass ihr die Endorphine deutlich spürt, die Glückshormone, die auch ein gut trainierter Läufer zu genießen weiß, die Leichtigkeit des Seins, das Gefühl, dass „es“ läuft... wie ganz von alleine...
Es ist schön, jung zu sein, das Leben noch vor sich zuhaben mit all dem Schönen und Beglückenden, mit all den Möglichkeiten und Geheimnissen.
Aber natürlich gehören auch die beschwerlichen Erfahrungen zum Leben, von dem Xavier Naidoo einmal gesungen hat:
„Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg ist auch steinig und schwer...“
Auch davon kann ich selbstverständlich ein Lied singen, wenn ich an den Halbmarathon denke...
Aber auch, wenn ich an mein bisheriges Leben denke.
„Steinig und schwer" war da manchmal eher untertrieben.
Denn immer wieder war es richtig hart, durchzuhalten und nicht aufzugeben. 
Und dabei ist es keineswegs so, dass die meisten Schwierigkeiten und Probleme erst im Alter auf uns zukommen.
Manch einer quält sich auch in jungen Jahren schon ganz schön ab, schleppt sich so dahin, während andere scheinbar mühelos an ihm vorbeiziehen.
Das war bei meinem Lauf übrigens das ganz Normale, dass fast alle Läufer, mit denen ich unterwegs war, leicht und locker an mir vorbeigezogen sind.
Das hat mich aber nicht im Geringsten daran gehindert, mein eigenes Tempo zu laufen.
Jeder halt so gut er kann, und jeder genauso schnell, wie er kann und wie es gut für ihn ist.
Einem jungen Pärchen, das merkwürdigerweise auch nicht schneller lief und somit eine ganze Zeit an meiner Seite war, erzählte ich: „Hier am Maschsee bin ich vor 50 Jahren zur Schule gegangen...“
Auch euch, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, kann ich nur raten:
Vergleicht euch nicht ständig mit anderen, die vieles besser können als ihr.
Lasst sie ruhig ihr Tempo laufen, und lauft ihr genau das Tempo, das gut für euch ist.
Lasst euch nicht verrückt machen von einer Welt, in der der Maßstab immer mehr verschoben wird: Immer schneller, immer größer und immer weiter.
Das sind Kriterien für ein Smartphone, aber nicht für einen Menschen...
Wie sagt doch der Italiener so schön: „Chi va piana, va sano e va Iontano -
Wer langsam läuft, läuft weit und gesund.“
Hauptsache, wir kommen ans Ziel!
Beim Hannover Marathon wusste ich jederzeit ganz genau, wo ich war.
Und ich wusste genau, wo die Streckenplaner einen Umweg eingeplant hatten.
Das gefiel mir nicht wirklich, aber einfach eine Abkürzung zu nehmen, das war undenkbar, denn die gesamte Strecke war durch blaue Linie gekennzeichnet. Außerdem konnte jeder der wollte, meinen Lauf im Internet Schritt für Schritt genau verfolgen. 
Im Leben ist es natürlich nicht ganz so einfach, den richtigen Weg zu finden.
Manch einer wünscht sich so eine blaue Linie, der wir nur zu folgen haben, oder eine rote Linie, die es ja auch in Hannover gibt und die auswärtige Touristen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten führt.
Doch so einfach ist das Leben nicht!
Da gibt es eben nicht die eine, fest vorgezeichnete Linie, die uns an allen Abwegen vorbei von einem Highlight zum nächsten führt.
Dennoch glaube ich fest daran, dass es in meinem Leben so etwas gibt wie den einen „roten Faden“, den Gott selbst in seinen Händen hält.
Er wusste bei mir schon sehr schnell, dass es wenig Sinn macht, eine blaue oder rote Linie auf den „Asphalt meines Lebens“ zu malen.
So entschied er sich für einen „roten Faden“, der deutlich flexibler ist, und selbst für die Umwege und Abwege meines Lebens lang genug ist. 
Und bis heute staune ich im Rückblick immer wieder aufs Neue, dass es diesen roten Faden Gottes in meinem Leben wirklich gibt.
Als ich jung war, da hat mich die Frage sehr beschäftigt: Wie finde ich den richtigen Weg?
Was genau ist der Weg, den Gott mit mir vorhat?  Besonders an Weggabelungen, wenn es galt, Entscheidungen zu treffen, da war es immer sehr spannend.
Und keine Frage -  meine Gebete waren in solchen Zeiten viel leidenschaftlicher und ehrlicher.
Doch je älter ich werde, umso mehr tritt das Fragen nach dem einen oder gar dem einzig richtigen Weg in den Hintergrund.
Je älter ich werde, desto mehr mache ich die Erfahrung, die jeder Autofahrer mit seinem Navi macht: Es gibt immer wieder einen Weg zurück, auch Umwege sind keine Katastrophe. 
„Gott kann auch auf krummen Linien gerade schreiben!“
Das ist so ein Satz, der mir im Laufe meines Lebens wichtig geworden ist. 
Ebenso der Satz: „Wo Gott dich hin gesät hat, da sollst du blühen!“ Denn viel wichtiger als die Frage „wo“ wir sind ist die Frage, „wer“ wir sind, und „wie“ wir sind, und „was“ wir sind.
Und nicht weniger wichtig ist die Frage, wer bei uns ist, wer neben uns ist, wer an unserer Seite ist, wer uns vorangeht.
Es ist gut Menschen an unserer Seite zu haben, Menschen, die uns begleiten, die uns immer wieder auch korrigieren, vor allem aber, die uns ermutigen, und die ab und zu mal sagen: „Bleib dran, du schaffst das!“
Es ist gut einen Engel an seiner Seite zu wissen, auch einen Engel in Gestalt eines lieben Menschen.
Das hat mir bei meinem Lauf sehr geholfen. Eine ganze Zeit lang war es ein Engel auf einem Fahrrad, am Ende dann ein Engel in Joggingschuhen.
Für unsern Lebenslauf heißt das: Es ist gut, Vorbilder zu haben, an denen wir uns orientieren können.
Auch Christenmenschen, die authentisch und glaubwürdig ihren Glauben gelebt haben.
Die vor uns den Lauf des Lebens absolviert haben, die es vor uns geschafft haben und die vielleicht schon längst am Ziel sind.
 
Es ist gut, Menschen zu kennen, die uns begleiten mit Rat und Tat, mit Liebe und Fürsorge, mit guten Wünschen und Gebeten.
Solche Menschen können euch, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, zum Engel werden.
Am wichtigsten aber ist es, den einen ganz persönlich zu kennen, von dem es in einem alten Konfirmationslied heißt: „Jesu geh voran, auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen… Tu uns nach dem Lauf, deine Türe auf."
Und da finde ich im Nachhinein den Zuruf jenes Zuschauers in Hannover gar nicht so schlecht: „Jesus läuft mit dir!“
Diesen Glauben habe ich mir in der Tat bewahrt, durch all die Höhen und Tiefen, Wege und Umwege meines Lebens.
Jesus ist und bleibt unsichtbar an meiner Seite, und wenn ich es manchmal nicht spüre, und einfach nicht mehr weiterkann, dann flüstert er mir seine letzten Worte ins Ohr: „Ich - bin - bei – dir - alle - Tage...“ Bis du deinen Lauf vollendet hast.
Er will auch euch begleiten durch euer Leben. Er will euch ermutigen und stärken. Er will helfen, niemals aufzugeben, was auch geschehen mag.
Und wenn du dennoch strauchelst, spricht er dir zu: „Steht einfach wieder auf und lauft weiter. Ich vergebe dir, ich helfe dir, ich stärke dich, und ich bringe dich sicher ans Ziel.“
Ich wünsche euch, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, dass euch die Puste niemals ausgeht bei eurem Lebenslauf...
Und dass ihr genügend Atem habt, um während des Laufens sogar noch zu singen, so, wie wir es gestern Abend miteinander getan haben:
„Und wenn am Ende die Kräfte schwinden, wenn meine Zeit dann gekommen ist, wird meine Seele dich weiter preisen, zehntausend Jahre und in Ewigkeit."
AMEN